13 März 2017

Alles Ansichtssache

 
Wie das Brechen von Sehgewohnheiten und ein kleiner Perspektivenwechsel unseren Horizont erweitern kann.

»When you change your way to look at things the things you look at, change« Wayne Dyer


Ich habe an einer Fotoserie ausprobiert, wie meine Welt aussieht, wenn ich sie auf den Kopf stelle.
Die Bilder wirken anders, obwohl sie das Selbe zeigen. Nur eben um 180 Grad gedreht. Es ist irritierend und faszinierend zugleich. Und manchmal muss man genau hinschauen, was am Bild nicht stimmt.
Ich bin immer der Meinung, dass es meinen Horizont erweitert etwas entgegen meiner Gewohnheit zu tun und lasse mich einfach gern überraschen.


In Betty Edwards Buch „Garantiert zeichnen lernen“ habe ich das erste Mal vom Negativ Zeichnen gelesen. Betty geht davon aus, dass Menschen, die glauben nicht oder nur schlecht zeichnen zu können, in Wirklichkeit nur nicht richtig sehen können.

Zu dem Thema habe ich noch ein schönes chinesisches Sprichwort gefunden »Wir sehen, was hinter unseren Augen ist.« 

Wer einen Stift benutzen und damit zum Beispiel seinen Namen schreiben kann, der kann auch zeichnen. Wenn wir Motive auf den Kopf stellen und sie dann zeichnen geht es nämlich ganz einfach, weil wir das Gehirn austricksen. Das Bild wird abstrahiert, wir sehen die tatsächlichen Formen und nicht das, was uns unsere Erfahrungen zeigen (um das Gehirn zu entlasten).
Probiert es aus, es klappt ganz sicher. Die Übungen in dem Buch sind didaktisch ganz wunderbar aufgebaut. Etwas Zeit braucht das Durcharbeiten aber schon und es macht keinen Michelangelo aus jedem. Richtig hinsehen und viel üben ist mindestens so wichtig wie Talent.


Und »Warum du es auch ohne Talent schaffen kannst«, weiß Illustratorin Alexandra Schulz, die das Blog Papieraugen schreibt.


Mit Negativmalerei beschäftigt sich Brenda Swenson (und noch mit ganz viel anderem). Ihr Blog ist eine Fundgrube für Mal- und Zeichentechniken und sie erklärt sehr detailliert.


Illustratorin und Graphic Novel Künstlerin Line Hoven hat die Kunst in schwarzen Schabkarton zu kratzen auf ein besonderes Level gehoben Unsere Sehgewohnheiten staunen sich durch ihre Bilder. Ich hatte 2012 das Vergnügen an einem Workshop von ihr teilzunehmen.


Der holländische Grafiker M.C. Escher trieb es auf die Spitze. Seine 2D-Zeichnungen halten uns ganz wunderbar zum Narren. Man muss dreimal hinschauen um zu verstehen wohin ein Bild führt.


Ein ausführliche und gut verständliche Erklärung unserer Sehgewohnheiten liefert Prof. Dr. Jörg Roche in einem Text, der für den Unterricht gedacht ist.


Und zum Schluss noch ein Link zu einem kurzen Beitrag über Sehgewohnheiten im Zusammenhang mit Schönheitswahn aus dem Focus.

Nach meinem Blogartikel werdet ihr die Welt vielleicht mit anderen Augen sehen, zumindest ein ganz kleines bisschen. Denn jeder Moment, jeder Gedanke, jede Information und jede Erfahrung verändern etwas :-)

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