21 September 2015

Was machst du gerade? (06)

  … frage ich die wunderbaren Menschen in meinem Netzwerk.

Heute ist das Rainer Klute, Mitdenker und Kommunikationsdesigner, Vernetzer, Organisator, Hamburg.



Was machst du gerade?
»Ich schreibe gerade den Gastbeitrag für Dein Blog, Katja. ;-)
Ansonsten steht eine Patchwork-Woche vor mir, heute zum Beispiel: Eine Reihe Broschüren und Faltblätter druckfertig machen, an drei Websites arbeiten, die Finanzierung einer Veranstaltung voranbringen und das Treffen der »InDesign User Group Hamburg« am Donnerstag vorbereiten. Ich bin noch unsicher, ob ich eher ein paar »Tipps & Tricks« zeigen  oder auf den Workflow zwischen Word und InDesign eingehen werde. Und dann bin ich ja auch noch Vater und begleite meinen Sohn am Spätnachmittag durch die halbe Stadt zur HipHop Academy, wo er gerade Beatboxing lernt.«

Warum bist du Kommunikationsdesigner?
»Bin ich das? Mich beschäftigt momentan sehr das Berufsbild des »Designers«. Wenn in der (Medien-)Öffentlichkeit von Designern die Rede ist, sind meist Produkt- oder Modedesigner gemeint. Grafik- oder Kommunikationsdesign wird von vielen als Hübschmachen verstanden – was meiner Meinung nach viel zu kurz greift. Gutes Design ist mehr als Design, hat mal ein kluger Mensch gesagt. Je früher wir (guten) Kommunikationsdesigner in einen Prozess mit einbezogen werden, desto bessere Ergebnisse kommen in der Regel am Ende zustande.
Da ich nicht als Hübschmacher angesehen werden will, gibt es zwei Möglichkeiten: sich vom Begriff des Designers lösen oder den Begriff inhaltlich neu »aufladen«. Beides schwierig. Mein momentaner Kompromiss ist meine Berufsbezeichnung als »Mitdenker und Kommunikationsdesigner«.
Angefangen hat das alles vor einiger Zeit mit der Erkenntnis, dass Journalist doch nicht der richtige Beruf für mich ist: Texte schreiben fand ich nicht so spannend wie die Gestaltung der jeweiligen Publikation. Dass ich »Quereinsteiger« bin, empfinde ich wegen des oben zitierten Ansatzes (»…mehr als Design«) als Vorteil: Von meinen Studienfächern Geschichte, BWL und Psychologie profitiere ich – zusammen mit meiner Freude am Texten – bis heute, und damit auch meine Auftraggeber.«
 
Was bewegt dich?
»Eigentlich habe ich das ja bei der letzten Frage schon beantwortet. Vielleicht noch ein Literaturtipp dazu: Frank Wagner hat mit »Value of Design« ein gutes Buch zu dem Thema geschrieben.
Darüber hinaus stelle ich fest, dass mir momentan das Konzipieren und Organisieren von Veranstaltungen für Designer, das Vernetzen und das Beraten große Freude macht – mir fehlt nur noch das tragende Businessmodell dafür. :-) In diese Richtung geht auch, dass ich Organisator der InDesign User Group Hamburg bin und auch die PUBKON – die InDesign- und Publishing-Konferenz mit organisiere (Bitte Daumen drücken, dass die Finanzierung für 2016 klappt).
Bei der Gestaltung inspirieren mich vor allem skandinavische Designer. Ja, auch im Kommunikationsdesign gibt es skandinavisches Design; auch das ist klar, strukturiert, freundlich und entspannt. Und das gilt auch für die (Werbe-)Texte.
Und ich finde es ausgesprochen anregend, als »Sparringspartner« zu fungieren, mich also mit Menschen zu treffen, die beruflich mitunter etwas ganz anderes machen, und gemeinsam an deren oder ganz neuen Ideen zu arbeiten.«

Wo kann ich dich finden?
»Wie so oft bei uns Designern ist die eigene Website nicht die beste/aktuellste. Da bildet mein Webauftritt leider keine Ausnahme (ja, eine schwedische Domain. Wer oben aufmerksam gelesen hat, weiß warum.)
Im meinem Blog schreibe ich über Kommunikation, Design und Schweden. Und manchmal auch in der Kombination von allen dreien.
Bei Twitter finde ich Inspiration und Information. Kann ich jedem nur empfehlen! Niemand muss dort selber etwas schreiben, allein bei anderen »zuzuhören« lohnt sich. Meine Tweets drehen sich wie mein Blog meist um Kommunikation, Design und/oder Schweden.
Und hier ist noch die InDesign User Group Hamburg und die PUBKON-Website

Zur Klarstellung – insbesondere für alle Journalisten, die gerne mal schlecht recherchiert bei mir anklopfen – noch der Hinweis, dass es noch einen Rainer Klute gibt, der sich aber vor allem um Kernenergie kümmert.« 

Foto: © Susann Jakob

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