30 Mai 2007

Die Design-Feuerwehr

Ich habe mir den schönen Ruf erarbeitet zu retten, was hoffnungslos scheint.

Anruf Mittwoch 13 Uhr: Du mußt uns helfen. Wir brauchen dringend einen 8-Seiten Folder und sind mit der Grafik bisher total unglücklich. Hast Du Zeit?Ich: Nein, leider gar nicht, aber was ist es denn?Es folgt die Schilderung des Projekts - und es klingt sehr spannend... eine deutsche Band aus dem Osten, schon 3 CDs auf dem Markt und ständig auf Tour, eine Sängerin mit einer ungewöhnlichen Stimme, dt. und englische Texte, neu bei einem Majorlabel unter Vertrag, tolles Bildmaterial, jetzt soll es richtig aufgezogen werden... und die entscheidenden Worte fallen: Laß Dich nicht von der Optik der CD oder Website irritieren - Du hast gestalterisch völlig freie Hand, tob Dich aus...
Ich: Na gut, ich mach Nachtschichten. Geht schon irgendwie :-)
Kunde: Super! Daaaanke! Uns fällt ein Stein vom Herzen.
Es folgt die Preisverhandlung, das Material (eine CD mit der Musik von »Cristin Claas« und eine mit Fotos kommt per Kurier zu mir), ich frage Druckkosten an und beende ein paar dringende Jobs. Abends lege ich los mit dem Grundlayout.

Donnerstag fange ich früh an, muß noch andere Sachen vom Tisch haben (ein Plakat und ein paar Eindrucke in die Korrektur) und werkel mit Unterbrechungen bis nachts um 1 Uhr.
Es fließt und ich habe viel mehr Ideen, als ich in der kurzen Zeit umsetzen kann. Nebenbei höre ich immer wieder die CD von Cristin Claas. Die Musik gefällt mir gut und ich hatte nach dem ersten Hören Bilder im Kopf.

Freitag bringe ich dann 4 Entwürfe auf den Punkt. 2 mit Klammer-Heftung und 2 gefaltete Folder im Altarfalz, also zur Mitte hin eingeklappt. Nachmittags präsentiere ich die PDFs.
Reaktionen von drei Seiten:
AAAAAhhhh, liebe Cat - plötzlich hört man die Musik, die diese Gruppe macht! Ganz toll! Ich bin begeistert. Vielen Dank, ganz tolles Layout.Ich erreiche abends noch den Chef der Druckerei Bahruth persönlich um ihn zu überzeugen mir gleich für Dienstag Kapazität zu reservieren und erteile den Auftrag (Montag war Pfingsten).

Montag habe ich Text- und Farbkorrekturen gemacht und die Reinzeichnung erstellt.

Dienstag morgen wird korrekturgelesen und um 10.30 Uhr ist alles bei der Druckerei.
Der Formproof wird erstellt und abgesegnet.

Mittwoch wird gedruckt.

Donnerstag gefalzt, sortiert, geheftet, verpackt, geliefert.

Wäre das lange Wochenende nicht dazwischen hätte der Kunde von der Anfrage bei mir bis zur Lieferung nur knappe 6 Tage gewartet. Das ist wirklich schnell. Und es war ein schöner Job.
Die anderen Entwürfe werde ich hier auch noch zeigen, sie sind alle sehr schön geworden.
Der hier ist die Version, die gedruckt wird. Durch klicken wird es vergrößert dargestellt.

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