26 August 2015

Was machst du gerade? (05)

   … frage ich die wunderbaren Menschen in meinem Netzwerk.

Heute ist das Leoni Pfeiffer: Mediengestalterin für Digital- und Printmedien, Kritzeltante, Taunus.


Was machst du gerade?
»Neben meinen Job jongliere ich in meiner Freizeit gerade mit sämtlichen meiner ehrenamtlichen Tätigkeiten: einer Tanzgruppe, die bald einen Auftritt hat und doch schon die nächste, neue Choreographie braucht, dem Layout für einen Gemeindebrief und der Internetseite meines Oldtimerclubs.
Ausserdem nehme ich Anlauf! Um mein persönliches Jahresprojekt wieder anzugehen: einen illustrierten Kalender – nicht nur – für Kinder, mit Geschichten rund um meine zwei Figuren Kröt und Schuhuu, der nun in die fünfte Runde gehen soll. Ich bin schon wieder ganz schön spät dran.«

Warum bist du Mediengestalterin und nebenbei Kritzeltante? 
»Mein Leben bestand eine ganze Weile aus zueinander passenden Zufällen und so bin ich vom Fachabitur mit dem Schwerpunkt Gestaltung weiter gekommen zur Ausbildung zum Mediengestalter. Dieser Beruf ist nicht immer so kreativ wie ihn sich viele vorstellen. Oft arbeitet man strikt nach Vorgaben und in fertigen Rastern. Aber genau das macht ihn für mich so interessant!



Neben dem Kommunikativen, den vielen neuen Ideen und Konzepten, die man entwickelt, dem – manchmal sogar künstlerischen – Arbeiten bei Illustrationen oder der Logoentwicklung, ist er doch auch ein richtiger Handwerksberuf mit einer sehr technischen Seite. Die Werkzeuge sind nur eben nicht die klassischen, man arbeitet die meiste Zeit digital und muss doch für einwandfreie Ergebnisse mehr als ein paar Knöpfchen drücken. Druckverfahren verstehen, Techniken im Hinterkopf haben und für das gewünschte Produkt den passenden Weg suchen.



Sollte er mich nicht auslasten in meiner Kreativität (übrigens mag ich dieses Wort oder vielmehr seine ständige Verwendung eigentlich gar nicht), greife ich zu Stift und Papier und tobe mich als »Kritzeltante« aus. Diesen Titel habe ich mir gegeben da ich mich bisher meist eher ausprobiere. Es gibt so viel Schönes was man auf unterschiedlichste Weisen machen kann. So sind in den letzten Jahren ein paar tolle Projekte gewachsen, zum Beispiel meine bereits erwähnten Figuren Kröt und Schuhuu, mit denen vier Kalender mit Geschichten entstanden sind – ich versuche mich also auch als Texter und Geschichtenerzähler. Gerade habe ich viel Spaß mit Handlettering und Sketchnotes. Mit dem Zeichnen und Illustrieren würde ich mir gern irgendwann ein zweites Standbein schaffen.
Reicht das Gekritzel nicht aus, nehme ich die Kamera mit. Sie lässt mich oft ganz anders auf die Welt um mich blicken. Sei es mit dem Makro die kleine Welt ganz groß zu sehen oder mit dem Tele Ausschnitte heranzuholen. Einzelheiten am Rande, Kleinigkeiten, die im Großen und Ganzen, in unserer schnellen Welt, ab und an untergehen.«

Was bewegt dich? 
»Normalerweise sind es einfache Kleinigkeiten. Wenn zum Beispiel Leute an die kleinen Dinge denken, damit andere überraschen und Freude schenken. Oder Trost und Halt, Input und Ideen, Schwung. Manchmal reicht schon eine kurze Nachricht um jemandem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das sollten wir viel öfter machen, täte uns allen gut.
Momentan ist es aber vor allem das große und vielfältige Thema rund um Flüchtlinge. Ein sehr komplexes Thema und so recht weiß ich noch nicht wo anfangen. Als erstes habe ich mit meinem Freund den Kleiderschrank ausgemistet und fahre heute fünf große Kisten zur hiesigen Diakonie. Von dort aus sollen sie den Flüchtlingen in der Zeltstadt Limburg-Staffel zukommen. Jeder kann helfen, man muss nur auch anfangen.
Übrigens gilt das nicht nur für die Flüchtlingshilfe: auch im Altenheim, beim Tierschutz, im Verein, der Kinder- und Jugendarbeit, in der Nachbarschaft ... Unsere Gesellschaft lebt doch nur durch eins: Uns. Alle. Also hoch vom Sofa, Blick vom Smartphone, auf in die Welt und angepackt!«

Wo kann ich dich finden?
»Mitten im Goldenen Grund, Taunus, Hessen.
Gekritzel filuti @Instagram
Geplapper kroetschuhuu @Twitter
Alles zusammen Blog.leonipfeiffer.de «

19 August 2015

Lecker Frühstück

 
Sommermalzeit – diesmal mit einem kulinarischen Thema: die Teilnehmer durften ihr Sonntagsfrühstück zeichnen oder malen.
Ich habe die für mich perfekten Zutaten in Comicframes verfrachtet: Galão, Waffeln, Erdbeeren, Joghurt, Pfannkuchen, Eier, Croissants, Sonne, Franzbrötchen, Musik, Zeitung ... greift zu!


Material: Bleistift, Feder, Aquarell.
Und das war meine kleine Layout-Skizze zur Planung.



17 August 2015

Verzauberte Zeit – on tour

 

In der Hamburger Kunsthalle endete am Sonntag eine Wanderausstellung mit Bildern der Sammlung von Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler aus der Villa Flora in Winterthur. Es gab über 200 Bilder, Grafiken und Plastiken zu sehen – u. a. Meisterwerke von Bonnard, Vuillard, Vallotton, Maillol, Hodler, Marquet, Matisse, Manguin, Rouault, Redon, van Gogh, Cézanne, Renoir, Manet ...
Die Sammlung entstand zwischen 1906 und 1936. Das Schweizer Ehepaar galt als fachkundige und leidenschaftliche Sammler und stand in intensivem Austausch mit einigen der Künstler. So haben sie vieles erworben, was zu ihrer Zeit geschaffen wurde, also quasi »Moderne Kunst«, und damals noch nicht in Museen hing.


Der Audioguide zur Ausstellung ist ganz wunderbar und wird von Hannelore Hoger gesprochen. Ich bin ja grundsätzlich ein Fan von Audioguides, weil man durch sie eine Ausstellung viel intensiver erleben kann und vom »Gesabbel der Anderen« gut abgeschirmt ist. Die Dokumentation »Villa Flora, Ihre Sammler, ihre Künstler« von Nathalie David zeigt Einblicke in die Villa und die Entstehung der Sammlung aus verschiedenen Perspektiven. Ich bin zweimal in die Ausstellung gegangen, da ich zuerst zu wenig Zeit eingeplant hatte. Schon der Rundgang dauerte 1,5 Stunden und der Film 78 Minuten (kann man aber auch als DVD kaufen).


Warum gucke ich mir solche alten Schinken eigentlich an???
Weil es ein großer Unterschied im Erleben ist, ob ich Kunst live sehe oder digital oder gedruckt. So vieles wirkt auf mich aktuell und modern. Die Künstler und Sammler erwachen zum Leben und erzählen mir von ihrer Zeit, ihrem Antrieb, ihren Verbindungen und Inspirationsquellen. Und so manches hat sich bis heute auch gar nicht groß verändert. Ich habe ein 102 Jahre altes Bild (La Blanche et la Noire) von Félix Vallotton gesehen, was mich in seiner Lebendigkeit förmlich angesprungen hat. Auch seine Holzschnitte wirken oft modern. Da hab ich mir vorgestellt wie jemand sie mit Doodles füllt, statt mit klassischen Mustern. In einer gut konzipierten Ausstellung fühle mich den abgebildeten Personen/Dingen/Orten sehr nah und gewinne Anregungen für Farbkombinationen und Inspirationen für eigene Arbeiten.
»Das Erlebnis der Kunst verändert den Blick auf die Wirklichkeit«.

In der Ausstellung sind auch zeitgenössische Bezüge zu Künstlern aus der Sammlung zu sehen. Ursula Pallas Videoinstallation »Sunflowers« bezieht sich auf van Goghs Sonnenblumen und Judith Alberts Video interpretiert Vallottons Bild »Nu à l'écharpe verte« mit einem auf der Künstlerin drappierten Tintenfisch, der zu atmen scheint (nichts für Vegetarier).

Auf der Website der Hamburger Kunsthalle könnt ihr ganz schön in die Ausstellung eintauchen.
Die nächsten Stationen sind Paris, Halle und Stuttgart.


12 August 2015

Tusche oder Tinte?

 
Zum Zeichnen benutze ich gern Füller. Das ist bequemer als das Zeichnen mit der Feder und der Strich ist interessanter als der eines Fineliners. Allerdings brauche ich wasserfeste Tinte und nicht jeder Füller kommt mit jeder Tinte klar. Tintenpatronen scheiden aus, da sie unnötig Müll produzieren und es sowieso keine mit wasserfester Tinte gibt. Warum ist für mich wasserfeste Tinte zum Zeichnen so wichtig? Weil ich oft mit Aquarellfarbe coloriere und nicht möchte, dass sich die Linien auflösen.
Mein primäres Werkzeug ist der Rotring Artpen mit der EF (extrafein) oder F (fein) Zeichenfeder und dem Converter. Im Gegensatz zum Kalligrafie-Artpen ist die Feder härter und nutzt nicht so schnell ab (die Kalligrafiefedern sind bei mir inzwischen alle rundgeschrieben). Wenn man die Zeichenfeder regelmäßig benutzt trocknet auch wasserfeste Tinte nicht ein. Füller komplett zu reinigen und ihnen wieder zum flüssigen Einsatz zu verhelfen kann ganz schön mühsam sein – also lieber auch mal den Einkaufszettel mit dem Füller schreiben um dem vorzubeugen.




Der Tinten-Converter nimmt flüssige Tinte jeder Art auf, so dass man nicht auf das eingeschränkte Angebot an Patronen angewiesen ist.
Welche Tinte gut funktioniert muss man ausprobieren. Meine Favoriten sind da Rohrer & Klingners Antiktusche und die Zeichentusche – Achtung: die Schreibtinte ist wasserlöslich.

Wir sagen zu allen Flüssigkeiten, die in den Füller kommen "Tinte" (tincta aqua = gefärbtes Wasser). Sobald es um die wasserfeste Variante geht, ist der Begriff "Tusche" oft richtiger. Ich finde das etwas verwirrend, da wir ja schon aus Schulkindertagen den Tuschkasten kennen, der alles andere als wasserfeste Farben hat. Die Unterscheidung Tinte/Tusche ist aber alles andere als einheitlich, deshalb muss man im Zweifelsfall selbst testen ob es sich um wasserfeste oder wasserlösliche Tinte handelt, oder im Fachhandel fragen.



Gerade habe ich ein paar Füller, mit denen meine Mutter als Schülerin um 1950 geschrieben hat gereinigt und wieder in Betrieb genommen. Ich finde es herrlich, wenn alte Dinge nicht nur schön aussehen, sondern auch nützlich sind. Das Befüllen geschieht, indem man die Feder tief in die Tinte taucht und den Mechanismus am Füllerende dreht. Jetzt habe ich Zeichenfüller mit verschiedenen Farbtönen im Einsatz: Schwarz, Umbra, Paynesgrau.

Interessant finde ich diese Super5 Füller – einige Urban Sketcher benutzen sie und es gibt auch spezielle Tinte dafür. Und die Hero Calligraphy Füller #578 aus China werden auch häufig erwähnt, sie sind nur nicht so leicht zu beschaffen und die minimale Strichstärke erscheint mir zu breit.

10 August 2015

Was machst du gerade? (04)

  … frage ich die wunderbaren Menschen in meinem Netzwerk.

Heute ist das Stephanie Wiermann: Webdesignerin, WordPress-Meetup-Mitorganisatorin, bloggende Plastikvermeiderin, Horst.



Was machst du gerade?
»Ich sitze mit meinen Hühnern (befreite Legehennen) auf der Terrasse und genieße das Zwitschern der Spatzen und die Sonne. Diese armen Hühner konnten von Rettet das Huhn befreit werden und dürfen hier nun alt werden. Es ist schön zu beobachten, wie sie sich jeden Tag etwas mehr von ihrem alten Leben erholen.«

Warum bist du Webdesignerin?
»Weil es überall so fähige und begabte Menschen gibt, die wundervolle Dienstleistungen oder Services anbieten und Produkte produzieren. Mich begeistert es sie mit meiner Arbeit sichtbar zu machen. Wäre ja schade, wenn niemand mitbekommt was alles Tolles gemacht wird. Das sind zum Beispiel Demeter Höfe, Museen, Gründer_innen, Selbstständige, ökologische und soziale Projekte, Genossenschaften, Stadtteilarchive, Künstler_innen ...
Als Gestalterin liebe ich es für die Kommunikation dieser Kunden eine visuelle Sprache zu entwickeln und dann technisch aufbereitet ins Netz zu stellen.
Ich entwickle gemeinsam mit ihnen ihr Onlineprofil – d. h. basierend auf vorhandenem, verändertem oder auch einem ganz neuen Corporate Design, entsteht eine logisch strukturierte Website.



Ich arbeite mit WordPress. WordPress ist Open Source, also eine quelloffene Software an der auf der ganzen Welt Menschen arbeiten. Diese Software und die Community begeistern mich. Mit Freunden haben wir gerade 12 Plugins adoptiert – also Zusatz-Software die den Funktionsumfang einer Software erweitert. Der Entwickler hat sie uns übertragen und wir führen die jetzt weiter. Es macht mich stolz daran mitarbeiten zu dürfen dass WordPress immer besser wird, und diese Plugins, die auf Millionen von Blogs und Websites laufen, weitergeführt werden.
Letztes Jahr habe ich das WordCamp Hamburg (eine WordPress Konferenz) mitorganisiert und bin seit Beginn Co-Organisatorin des monatlichen WordPress Meetups in Hamburg. Ich versuche gerade mehr im Übersetzungsteam von WordPress mitzuarbeiten aber Lokalisierung ist so komplex das braucht einige Einarbeitungszeit. Und ich bin immer noch dabei eine genderneutrale Sprachdatei für WordPress zu erstellen.«



Was bewegt dich?
»Mich beschäftigt die massive Verschmutzung der Umwelt besonders durch Kunststoffe und Plastik. Es schädigt uns, unsere Kinder, die Tiere und die Umwelt. Dabei ist Plastik oft so unnötig. Einfrieren geht auch in Marmeladengläsern, zum Kochen gibt es Holzlöffel und -schaber, beim Einkaufen ist es einfach auf lose oder in Glas verpackte Produkte umzusteigen, man kann Seife statt Duschgel benutzen … ich könnte ewig so weitermachen. Es sind viele kleine Dinge, die wir wir tun können. In den VHS-Kursen zum Thema »plastikfreier leben«, die ich anbiete, ist die Begeisterung immer groß wie einfach es ist zum Beipiel Deo, Zahncreme oder Putzmittel selbst herzustellen.«

Wo kann ich dich finden?
»Websites baue ich hier: http://elbmedien.de
Über Hühner und meinen Garten schreibe ich hier http://fiefhusen.de
Und die Rezepte zum Selbermachen von Kosmetik und Haushaltsmitteln liegen bei Github zum Download«

05 August 2015

Eine Reise durch den Tag

 
Rückblickend den Tag darzustellen – das war eine weitere Aufgabe von Eva Peters Sommermalzeit. Da ich Landkarten und Seekarten so liebe und damit schon viele Experimente gemacht habe ... nicht zu erwähnen die Schublade voller Ideen dazu ... habe ich einen Tag im Juli als Landkarte verewigt. Dabei saß ich an einem schattigen Platz im Sommergarten, umgeben von kunstinteressierten Hühnern und einem Kater, der es auf mein Wasserglas abgesehen hatte.

Begleitet mich durch die Elbmarsch, zur Bücherei in Winsen, zur Mühle in Bardowick und nach Lüneburg.
Die Sommermalzeit wird übrigens in den August verlängert und in der dazugehörigen geschlossenen FB-Gruppe kann man die Bandbreite der Werke bestaunen und sich Input abholen. Meldet euch bei Interesse einfach bei Eva.

03 August 2015

Was machst du gerade? (03)

  … frage ich die wunderbaren Menschen in meinem Netzwerk.

Heute ist das Konstanze Moos: Esspertin und passionierter Schreiberling, Chiang Mai (Thailand).


Was machst du gerade?
Wie so oft, wenn ich nicht esse oder schreibe: kochen. Ich verfeinere mal wieder mein thailändisches Lieblingsschnellgericht, Pad Kee Mao, frei übersetzt, drunken noodles, beschwipste Nudeln. Dabei treffen frische, unverschämt breite Reisnudeln auf viele, kleine, unerhört scharfe, Chilischoten (Birds eye chili). Dazu eine Mischung aus den drei wichtigsten Würzsoßen, die Asien zu bieten hat: Sojasoße, Fischsoße und Austernsoße. Diese Grundzutaten werden dann fantasievoll aufgepeppt mit Gemüse und Fleisch nach Gusto. Pad Kee Mao ist ein Gericht, das nie langweilig wird, jedes Mal anders schmeckt und doch immer seinen ganz eigenen Grundcharakter behält. Achso, wieso beschwipst? Alkohol ist nicht drin. Man erzählt sich, dass dieses Gericht einst von einer betrunken, überforderten Servicekraft kreiert wurde und bei den Gästen (gleicher Zustand) sehr gut ankam. Es lässt sich also perfekt als Absacker-Schnellgericht zur späten Stunde, aber auch als kleines kulinarisches Highlight zubereiten.

Warum bist du als schreibende Esspertin unterwegs?
Meine heutige Tätigkeit begann 2011 mit einer Weltreise. Ich schrieb unterwegs Auftragstexte, damit das Geld nicht ausging. Inzwischen lebe ich in Thailand und schreibe weiter, übers Essen, über Land und Leute, dies und das. Eine Trennung zwischen “beruflich” und “privat”, ist mir noch nie so recht gelungen. Jetzt habe ich beides glücklich vereint.

Was bewegt dich?
Im Sinne von a) antreiben? oder b) zu Herzen gehen? oder gar c) von a nach b?
a) Neugier, Wissendurst und Faulheit
b) so ziemlich alles
c) Lux, unser praktischer Pickup

Wo kann ich dich finden?
Hier bin ich! In Chiang Mai, Thailand! ... OK, also am einfachsten über mein Blog: www.genugda.de

31 Juli 2015

Auf den Hund gekommen

 
Am Donnerstag hatten die Teilnehmer der »Sommermalzeit« die Aufgabe mit dem Pinsel oder der Pipette klares Wasser aufs Papier zu bringen, wobei die Linien miteinander verbunden sein sollten. Dann wurde etwas Tinte in die Wasserspur gegeben. Sie verteilt sich ganz magisch (je nach Art der Tinte/Tusche und des Papiers) und macht das Bild erst sichtbar. Ein schönes Spiel. Hier ist mein Hund zu sehen, nass und getrocknet.

30 Juli 2015

Quallen-Illus

 
Eva Peters macht mit uns die Sommermalzeit. Es gibt an 5 Tagen jeweils eine kreative Aufgabe. Gestern ging es darum irgendetwas auf ganz unterschiedliche Art und Weise aufs Papier zu bringen. Weil es gerade so ausgiebig regnet habe ich mir 12 klatschnasse Quallen vorgenommen und sie mit Aquarellfarbe, Filzstift, Fineliner, Bleistift, Feder, Pipette, Maskierstift, Fingerfarbe, als Comic und Collage umgesetzt. Schöne Idee, hat Spaß gemacht!
Ich bin ja schon gespannt was als nächstes kommt ...

28 Juli 2015

Was machst du gerade? (02)

  … frage ich die wunderbaren Menschen in meinem Netzwerk.

Heute ist das Jacinda Sroka: Trainerin und Coach (Profil und Stimme), Sozialpädagogin, Diakonin, Gemeinwesenökonomin, Meilen (CH).

Was machst du gerade?
»Ich plane mein 10-jähriges Jubiläum – mit einer kleinen Rallye und einem „Apéro“ in Meilen. Hierzu lade ich auch Stammkunden und Kolleginnen aus Deutschland ein.«

Warum bist du Trainerin und Coach für Profil und Stimme?
»Während meiner Coachingausbildung wurde mir klar, dass ich an der Stimme eines Menschen viel erkenne, was das Gespräch und den Beratungsprozess eröffnet.
Wir hören ausserdem selbst an unserer Stimme, ob wir entspannt sind oder angespannt, dass wir frei sind, unsere Botschaft zu vermitteln oder blockiert. Darum stelle ich das Thema „Stimme“ in den Mittelpunkt meiner Arbeit. Es geht um den individuellen Ausdruck der eigenen Person/Persönlichkeit.
An unserem Profil können andere erkennen, wer wir sind. Wir hinterlassen einen Eindruck – ob wir wollen oder nicht. Und ich unterstütze nun Menschen darin, diesen Eindruck bewusst zu gestalten; zu schauen, ob der Eindruck der beim Gegenüber entsteht auch der ist, den ich erreichen möchte.



So kam ich auf das Thema „Stimmiges Auftreten“ und das umfasst die innere Haltung, die Botschaft und auch die Art und Weise wie ich mich anderen präsentiere. Zum Beispiel mit meiner Körpersprache und den Bildern die ich nutze. Ich wage auch das Medium – wie zum Beispiel Powerpoint-Präsentation – zu hinterfragen und die Kunden einzuladen, sich am Flipchart oder mit Bildern oder Symbolen zu versuchen. Es lohnt sich sehr, herauszufinden, welche sogenannten sprecherischen Mittel einer Person gut stehen. Sind viele Pausen passend oder setzt er/sie auf Lautstärke oder Tempo? So entwickeln wir eine Art eigenes Repertoire mit dem wir unser Gegenüber wirklich überzeugen.« 

Was bewegt dich?
»Wenn ich meinem Gegenüber ansehe bzw. -höre, dass ein Teil zum Vorschein kommt, der lange versteckt war oder wurde. Wenn sich etwas öffnet und Vertrauen wächst.«

Wo kann ich dich finden?
»Ich bin viel unterwegs zum Netzwerken (u. a. beim WEC, Xing lunches, Sales Network, Unternehmer Forum Zürichsee, Verband Frauenunternehmen ...).
Sonst auch virtuell:
www.jacindasroka.ch
www.facebook.com/jacinda.sroka
www.xing.com/profile/Jacinda_Sroka «

(Das Foto von Jacinda stammt von Frederike Asael)

26 Juli 2015

Feuer, Wasser, Erde, Luft ... Wort & Form

 

Der Workshop "Wort & Form – Schreiben an ungewöhnlichen Orten" von Kalligrafin Birgit Nass und Autorin Stephanie Freienstein, fand auf dem schönen Ellernhof in Ellringen statt. Diesmal ging es darum nicht nur schön zu schreiben und sich kreativ aufzuladen und auszutoben, sondern auch selbst zu texten. Dafür bot der Seminarhof mit seinem schönen und abwechslungsreichen Gelände mit Wasser, Steinkreis und Tieren und einem hellen Seminarraum die perfekte Umgebung.


Thematisch haben wir uns durch die 4 Elemente gearbeitet, eine gute Basis für jeden. Dazu hatten wir an dem Wochenende noch das Glück, dass eine teilnehmende Yogalehrerin uns zwischendurch ganz wunderbar auf die Elemente einstimmte.


Das Luft-Projekt bestand u. a. darin aus den Ellernhof-Buchstaben neue Wörter zu legen – einige fanden fast 50! Unsere 5 Lieblingswörter kamen dann in ein »Elfchen«  – ein Gedicht aus 11 Wörtern – und in eine Collage, die später zu einem Mobile verarbeitet wurde. Ich habe ein eckiges und ein rundes gestaltet, aber noch keinen geeigneten – vor allem katzensicheren – Platz gefunden sie zu hängen.


Beim Erde-Projekt haben wir, im Steinkreis sitzend, gemeinsam kleine Geschichten geschrieben: jeder schrieb nur 1-2 Sätze und dann ging der Bogen weiter. Die Geschichte, die wir beendet haben, sollte dann in ein kleines Heft übertragen werden. Ich habe mein Heft mit Erde-Elfchen gefüllt, da ich dabei so auf den Geschmack gekommen bin. Mit dunkelbrauner wasserfester Tinte auf silbernes Papier zu schreiben war mein Highlight, es sieht toll aus. Wir haben in dem Abschnitt auch noch einen Stein beschrieben (Tinte oder Edding) und ich habe davon Details vergoldet.


Im Feuer-Projekt haben wir Zitronen-Tinte mit Feuer sichtbar gemacht, einen Vers von Laotse geschrieben, ein Detail davon vergoldet.
Und dann kam der Hammer: Wir sollten unsere so schön gestalteten Bögen ins Feuer geben. Alle schluckten, der Puls raste, Schweißausbrüche … es ist aber niemand zusammengebrochen ;-) Wer es nicht wollte, weil ihm sein Werk zu wertvoll erschien, hat es auch nicht getan.
Ich habe meinen Bogen verbrannt und dafür eine Feder bekommen auf der »Phoenix« steht. Die Erfahrung war spannend. Schließlich kann ich das, was ich da getan habe ja reproduzieren oder noch verbessern. Also kann ich das materielle Ergebnis auch loslassen. Es kam der Vergleich zur Bücherverbrennung, was ich nicht nachvollziehen kann. Schließlich entscheide ICH hier, dass ich etwas von MIR verbrenne und keine Diktatur. Die Asche sah sehr schön aus, hellgrau mit Goldflecken.
Wir haben noch eine Sammlung von Karten gestaltet, gelocht und an einen Ring gehängt mit Dingen, für die wir so richtig brennen. Die kann man nach und nach erweitern.


Unsere Inspiration für das Wasser-Projekt startete am Teich: Stephanie warf einen Stein in die Mitte und wir beobachteten die Ringe. Ein Zylinder wurde mit Wasser gefüllt und Birgit gab blaue Tintenwolken hinein. Wir haben dann einen Text geschrieben, der in jeder Zeile länger wurde. Auf dickes Aquarellpapier hat jeder seine Wellenringe gemalt. Die Bilder wurden erstaunlich unterschiedlich. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt zum Aufhören. Wenn man immer wieder drübergeht mit dem Pinsel und der Pipette mit verschiedenen Blautönen, dann erhält man ein unstrukturiertes Gematsche. Also lieber mal abwarten, wie etwas im trockenen Zustand aussieht, was man noch als unfertig empfunden hat. Es ist oft interessanter. Unseren Text haben wir dann in die Kreisbewegung hineingeschrieben, entweder mit dunkler oder weißer Tinte, je nachdem was lesbarer war.

Habt ihr ein Lieblings-Element? Meins ist Wasser und das war schon immer so. Am und im Wasser passiert mit mir something magic.

20 Juli 2015

Was machst du gerade? (01)

  … frage ich die wunderbaren Menschen in meinem Netzwerk.

Heute ist das Torsten Jahnke: Grafik Designer, Poster Artist, Siebdrucker, Hamburg.


Was machst du gerade?
 »Ich bin gerade zurückgekommen von der Flatstock 50 Poster Convention beim Pitchfork Music Festival im Union Park in Chicago. 3 Tage voll von unerträglich schwüler Hitze, Wolkenbrüchen, guter Musik, grossartigem Gequatsche mit Kunden und Kollegen, guten Verkäufen, fantastischer Posterkunst und leckerem Essen. Okay, 1-2 Bier hat's auch gegeben.


Mein Freund und Kollege Alex Hanke a.k.a Zum Heimathafen und ich sind vor einer Woche angereist, um uns die Chicagoer Printszene anzusehen und haben dann als das Hamburg Chapter der Posterkrauts, einem lockeren Kollektiv von Posterkünstlen aus den deutschsprachigen Ländern, einen Stand betrieben, bei dem wir neben unseren eigenen Postern auch noch die von Grace Helly, ebenfalls aus Hamburg, verkauft haben. Am Tag vor dem Flatstock haben wir bei unserem Freund und Kollegen Dan MacAdam a.k.a. Crosshair noch ein Poster für die Convention gedruckt. 8 Kollegen der Posterkrauts haben jeweils Zeichnungen beigesteuert.
Stolz wie Bolle halte ich das oben in die Kamera.«

Warum bist du Gestalter? 
»Das kann ich mit Abstand am besten. Und es interessiert mich auch am meisten.«

Was bewegt dich? 
»Das mein Lütter jetzt skatet. Die Band Viet Cong. Der Zusammenhalt in der Gigposterszene. Der Blick auf die nächtliche Skyline von Chicago vom Dach des Crosshair HQ. Und noch eine Haufen anderer Sachen, die mir gerade nicht einfallen wollen, da es hier jetzt kurz nach 2:00 h ist und ich mich jetzt hinlege.
Gute Nacht!«

Wo kann ich dich finden? 
www.spiegelsaal.net 
design.mitchum.de
www.posterkrauts.de

17 Juli 2015

Tallymann un Schutenschubser

 
Lauter alte Säcke.
Ich meine damit natürlich nicht die wunderbare Crew des Stücks, gemeint sind vielmehr die Original-Requisiten aus dem Hafenmuseum – u. a. Kaffee- oder Getreidesäcke :-)

Selten habe ich so ein geniales Stück Theater-Geschichte erlebt. Ich mag das Ohnsorg-Theater und seine Schauspieler. Aber in »Tallymann un Schutenschubser« sind ehemalige Hafenarbeiter und Mitarbeiter des Hafenmuseums in Aktion (Karl-Heinrich Altstaedt, Rolf Hartz, Jockl Hoffmann, Jan Jalass, Gerd Metscher). Sie, die wirklich wissen wat se vertellen, denn sie haben die historischen Berufe im Hafen selbst ausgeübt und miterlebt.Und hierin liegt der ganze Charme.
Das Stück ist einfach rund und beeindruckt in seiner Authentizität. Die Akteure – a.k.a. "Hafensenioren" – können sich ruhig versprechen, es wirkt ja so, als würden sie uns ganz privat was erzählen. Und die Souffleuse, Luca Siemens (im Blaumann mit aufgemaltem Rettungsring), ist zauberhaft. Musik und Geräusche werden live erzeugt von Frank Wacks, O-Töne kommen zusätzlich vom Band.

Guckt euch das Stück an. Ihr bekommt ganz viel für euer Geld: eine Barkassentour, das Stück selbst, tolle Geschichten und Einblicke ins Hafenmuseum. Und weil wir so kräftig applaudiert haben, wurde das Stück sogar verlängert und es gibt noch ein paar Termine im September.

13 Juli 2015

Tag der offenen Tür – vom Feinsten

 
Am Freitag war ich auf dem bemerkenswerten Tag der offenen Tür der »Udo Keller Stiftung Forum Humanum«. Die Stiftung wurde 2000 vom Kaufmann Udo Keller gegründet und will durch ideelle und materielle Unterstützung zur Förderung des interdisziplinären Dialogs zwischen Natur- und Geisteswissenschaft sowie zum interreligiösen Dialog der Weltreligionen beitragen.

Das Stiftungshaus liegt auf einem wunderschönen Seegrundstück – der Park mit seinen Skulpturen, gewundenen Pfaden und besonderem Baumbestand ist sehr einladend. Viele Besucher waren an diesem sonnigen Tag nach Neversdorf in Schleswig-Holstein gekommen um sich über die Arbeit der Stiftung zu informieren. Es gab ein abwechslungsreiches Programm: das kulturelle Leben im indischen Santal-Dorf wurde vorgestellt, es gab Einblicke in einen gläsernen Bienenstock, eine Führung durch die Carl Friedrich von Weizsäcker-Arbeitsbibliothek und eine Rallye über das Gelände (den Wasserfall würde ich noch heute suchen, wenn nicht irgendwann jemand auf die Idee gekommen wäre den Wasserkreislauf überhaupt einzuschalten ;-) Der Tag hatte eine ganz besondere Stimmung und auch das Catering war hervorragend: frische Crêpes, Eis, Muffins, Donuts, Würstchen, Vegetarisches & Co.

Für diese Veranstaltung hatte ich diverse Info-Plakate, Flyer und Anzeigen gestaltet und habe die Gelegenheit genutzt meine Auftraggeber zu besuchen. Weitere Infos auf der Website der Udo Keller Stiftung Forum Humanum.

10 Juli 2015

Das Sternentheater auf Zukunftskurs

 
Ihr habt es vielleicht schon in den Medien mitbekommen:
Ab dem 3. August 2015 wird das Planetarium Hamburg umgebaut und erweitert. Bis Ende 2016 bleibt es dann wegen der umfangreichen Bauarbeiten geschlossen. Wer also nochmal hingehen möchte, sollte das schnell tun. Es gibt diesen Monat mit dem Programm LAST NIGHTS OF THE STARS besonders viel zu entdecken, inklusive Live Acts – sogar noch 2 Premieren (SONNENSTÜRME und UHRWERK OZEAN) und die Wiederaufnahme von TRIP. Ab 2017 wird es dann im Turm mehr Platz, Komfort und viele neue Veranstaltungen geben.

In den letzten Wochen haben wir mit der Kampagne zu LAST NIGHTS OF THE STARS auf den verschiedensten Medien in und um Hamburg geworben: vom 3,5 m hohen hinterleuchteten City Light Poster (CLP) über verschiedene Plakate von A3 bis A0 bis zu Programminfos und kleinen Anzeigen.

Wer davon nun noch gar nichts mitbekommen hat, den wird ab August ein Info-Pavillon an der Baustelle empfangen. Darin gibt es Schautafeln zum Umbau. Ich glaube es wird, nach dem erfolgreichen Umbau, sehr sehr schön.
Und keine Angst: die wunderbare Sternkarte wird es weiterhin geben. Man kann sie jeden Monat im Hamburger Abendblatt sehen und – zusammen mit dem Podcast – von den Websites des Planetariums und Abendblatts herunterladen.
Das Planetarium, bzw. die Crew, wird natürlich während der Umbauzeit nicht untätig sein. Es wird die eine oder andere mobile Aktion geben. Um euch zu informieren könnt ihr die Website besuchen oder die FB-Fanpage reingucken. Dort findet ihr auch eine Animation zum Umbau.

01 Juli 2015

Kinderkram: Urban Sketching

 
Wir haben vor kurzem ein sehr schönes Kunstprojekt gemacht: eine Kombination aus Kreativität, Lernen, Spaß und Ausflug: Künstler-Kinder unterwegs.
Zuerst haben wir uns aus Pappe einen Bildsucher geschnitten. So ein simples Teil hilft enorm dabei geeignete Motive auszuwählen und sie zu zeichnen. Außerdem schult es den Blick. Es ist wie der Sucher/das Display einer Kamera: der Fotograf wählt seinen favorisierten Ausschnitt und hält ihn fest.
Bewaffnet mit Papier, Unterlagen, Bleistiften und Proviant sind wir auf die Fahrräder gestiegen und durch die Elbmarsch gefahren. Zuerst entlang der Elbe und dann etwas ins Landesinnere, dorthin wo Kühe grasen, Störche Frösche fangen und Felder voller Blumen leuchten.

Die Kinder hatten viel Spaß dabei Motive zu finden – immer wenn wir eins hatten, haben wir angehalten und es skizziert. Sich auf dem Papier einen Kasten in der Form des Motivsuchers zu zeichnen und beim Zeichnen ab und zu ein Auge zu schließen hilft enorm. Aus einem komplexen dreidimensionalen Bild wird so ein zweidimensionales, das ist viel leichter umzusetzen.

Zuhause angekommen haben wir unsere jeweilige Lieblingsskizze ausgewählt und sie frei auf eine kleine Leinwand übertragen. Es ging nicht darum die Wirklichkeit exakt abzubilden, die Skizze wurde beim Malen fantasiereich ergänzt und wir haben über Formen, Proportionen, Ausschnitte und künstlerische Freiheit gesprochen. Die Skizzen haben wir mit einer einfachen Fadenheftung gebunden und die Motive beschriftet und datiert. So entstand von dem Tag auch noch ein kleines Urban Sketching Heft.

Alle waren stolz auf ihre Werke – und später die Eltern natürlich auch auf ihre tollen kreativen Kids.

22 Juni 2015

Convention, Open Space, Hummeln, Schmetterlinge & Sketchnotes

 
Die 9. »WEC-Convention« (Woman Entrepreneur Club – Forum für selbstständige Frauen) fand Ende Mai in Hamburg statt. Als eine der Organisatorinnen lag mein Schwerpunkt auf Gestaltung: Flyer, Logo, Namensschilder ... Für den Open Space Tag habe ich ein Info-Poster gezeichnet um den Prozess zu visualisieren.

Am Abend des ersten Tages hatte ich dann die Idee am Wochenende einen Workshop anzubieten für alle, die gern mal was in ihrer Präsentation oder den eigenen Notizen zeichnen wollen, aber nicht so richtig wissen wie. »Sketchnotes« eignen sich da hervorragend. Ich hatte letztes Jahr das wunderbare Buch von Mike Rohde durchgearbeitet und einen Workshop besucht, so dass ich ganz gut gewappnet war. Allerdings habe ich noch nie selbst einen Workshop gegeben :-) Hier bot sich die Chance, denn viele fanden das Thema spannend – und so hatte ich eine Übungsplattform.
Kurzfassung: es lief super, hat mir Spaß gemacht und die Teilnehmerinnen haben schön mitgemacht.
(Danke an Mara Saueracker und Ulrike Parson für die Fotos von mir!)


Und darum ging es (aus meinem WEC-Protokoll):

1) WAS sind Sketchnotes?
- eine Kombination von Skizze/Symbol und Notiz
2) WARUM sind sie sinnvoll?
- das Gehirn kann die Kombination aus Bild und Text wesentlich besser speichern als reinen Text
- man erkennt auf den ersten Blick worum es geht
3) WOFÜR kann ich sie nutzen?
- für ganz viel: Protokolle, Notizen, Präsentationen, Konzepte, Mindmaps, Vokabeln lernen, Nachrichten, Einkaufszettel, Flipchart, Web, Buchzusammenfassungen, Visualisierung jeder Art ...
4) WAS brauche ich?
- Stifte/Marker (als Basis:schwarz und eine Zusatzfarbe)
- Papier/Notizbuch/Flipchart
- oder Tablet/iPad mit Zeichen-App und Stift
5) Die ELEMENTE
- Schrift (dick/dünn/groß/klein/breit/schmal/Handschrift/Druckschrift/3D ...)
- "Container" um sie mit Text/Bild zu füllen (Kästen, Banner, Herzen, Wolken, Sprechblasen, Kreise, Balken, Torten ...)
- Schatten/Flächen zur Hervorhebung
- Linien (einfach, doppelt, gestrichelt, dick, dünn, gebogen ...)
- Figuren (Strichmännchen oder Gesichter jeder Art)
- Bullets (Punkt, Strich, Kreuz, Stern, Hashtag, Fragezeichen, @, • ...)
- Pfeile (in jeder Form)
- Bilder und Symbole
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• WICHTIG: man muss nicht zeichnen können!
• Jeder kann Sketchnotes machen!
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6) WIE zeichne ich?
- Keep it simple
- keine komplizierten detailreichen Zeichnungen
- jedes Ding lässt sich vereinfachen indem man es in seine Grundformen auflöst
- alles kann aus Quadrat, Kreis, Dreieck, Linie und Punkt konstruiert werden
- durch Übung entwickelt man am besten sein persönliches Vokabular an Symbolen
- es gibt kein richtig oder falsch, gut oder schlecht
Wir haben gemeinsam viele verschiedene Dinge gezeichnet: Baum, Hase, Milch, Rechnung, Laptop, Telefon, Cola, Ananas, Becher, Locher, Schere, Kaffeemaschine ...
TIPP: schreibt euch ganz viele Begriffe aus einem Themenbereich auf (Urlaub, Büro, Kleidung, Zootiere, Umwelt ...) und zeichnet sie dann SO EINFACH WIE MÖGLICH. Je mehr ihr übt umso eher entwickelt ihr euer eigenes – schnell abrufbares – visuelles Vokabular.
7) GESICHTER und EMOTION
- es gibt ein ganz einfaches 9er Raster mit dem man verschiedene Gesichtsausdrücke zeichnen kann
Es wird u.a. in dem Buch "Sketchnotes Handbook" von Mike Rhode erklärt:
Wenn ihr "Sketchnotes" googelt findet ihr Anregungen und Infos ohne Ende.
8) LAYOUT und KONZEPT
- um ganze Themenkomplexe zu visualisieren sollte man sich vorher überlegen wie das Blatt aufgeteilt wird, damit der Platz ausreicht oder nicht alles am Rand klebt.
- zuerst kann man einen Titel platzieren
- von der Mitte nach außen arbeiten (Mindmap)
- in Spalten
- als gewundener Pfad
- in Kreisen von innen nach außen
- als Torte mit 4, 8 oder mehr Stücken
9) für Fortgeschrittene 
- Graphic Recording/Visual Recording/Visual Thinking (z. B. Vorträge live aufzeichnen)
dazu gibt es wunderbare Beispiele im Netz, auch als Filme
10) Vorbereitung:
- aus der Runde kam die schöne Idee Bildelemente schon vorzubereiten, wenn es um eigene Präsentationen/Workshops geht und nur live zu ergänzen durch Text und einfache Elemente

19 Juni 2015

Goldene Zeiten

 

Für eine Goldene Hochzeit habe ich ein Palmblattbuch aus 22 Karten gestaltet. Die Collagen auf der einen Seite sind gold, auf der anderen silbern. Kleine Zitate u. a. von Loriot und Bilder zieren die Seiten.

08 Juni 2015

Den Sargnagel auf den Kopf treffen – Logo

KulturDesign mal anders – mein Schwerpunkt im Kulturbereich wurde um eine interessante Facette erweitert: Bestattungskultur.



Für mich zeichnet die Firma Föhring Bestattungen besonders ihre herzliche Note, Wärme und Empathie aus. Der Satz "Wir geben Halt wenn Sie loslassen müssen" trifft den Sargnagel auf den Kopf.
Deshalb hab ich mich natürlich besonders gefreut, als ich gefragt wurde ob ich ein neues Logo gestalten kann, was ohne die übliche Bestatter-Bildsprache auskommt. Es kann dann auch auf schönen Merchandising Produkten eingesetzt werden und weckt keine unangenehmen Assoziationen. Wer möchte schon beim Brillenputzen oder Schreiben an düstere Stunden erinnert werden.




Die Herzlichkeit von Nicola, Herbert, Selina und Elisa Föhring galt es optisch einzufangen. Der Wunsch war dabei die Initialen FB (Föhring Bestattungen) zu verwenden. Interessant war für mich dabei, dass Bestatter keine enge Zielgruppe haben, denn jeder im vertragsfähigen Alter kann irgendwann mal ihr Kunde werden. Unabhängig von Geschlecht, Gesinnung, Religion, Nationalität, Alter, sozialem Status, Einkommen, Werten …
Aber wie macht man es allen recht? Das braucht man gar nicht erst versuchen, lieber auf das, was es zu vermitteln geht konzentrieren und etwas schaffen, hinter dem meine Kunden stehen.

Ich habe etwas recherchiert und dann haben wir uns getroffen und geklärt was geht und was nicht gewünscht wird. Mir blieb sehr viel Freiraum und das sind mir immer die liebsten Jobs. Danach habe ich wild drauflos gescribbelt, was alles mit F und B möglich ist. Ich kam auf Flügel, Herzen, Brücken, Luftballons und allerlei abstrakte Formen.
Dann habe ich alles am Computer umgesetzt, was mir sinnvoll erschien. Meine Favoriten waren auch die der Föhrings. 2 davon habe ich weiter ausgearbeitet und in Anwendungen, positiv, negativ, farbig und schwarz-weiß präsentiert, denn dann kann man ein Logo am besten beurteilen.

Das Rennen gemacht hat das FB-Herz, in dem man auch 2 einander zugeneigte Köpfe sehen kann oder aufsteigende Ballons (ein Ritual, was man von manchen Feiern kennt). Der Rotton und ein Rotverlauf für Hintergründe sind knackiger und frischer gewählt als der bisher verwendete "Rosenholz-Ton".

 Nach und nach wird das Logo auf neuen Printprodukten benutzt und ist bald auch auf der Website zu sehen. Das war eine fluffig-schöne Zusammenarbeit.

Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg, liebe Föhrings! Und herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen Firmenbestehen!