18 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Flaschenpost

 
Flaschenpost bekommt ihr im vierten Teil meines Berichts vom Workshop auf Sylt.

Die Idee dazu hatte ich in der »Lister Austernperle« beim Weinschorle-Trinken. Also die Flasche mitgenommen und losgelegt. Auf das Papier hab ich ein Gedicht von SARK geschrieben, »How to be an Artst«. Eingerollt und fest mit einem Faden umwickelt, der oben rausguckt. Sonst hat man bei so einer schmalen Flasche kaum eine Chance das Papier herauszubekommen. Eine Schnecke ist noch mit drin und am Band hab ich Federn befestigt. Der Korken soll an eine Boje erinnern, rot weiß gestreift.


Abgeschickt hab ich meine Flaschenpost noch nicht, sie ist ja sehr dekorativ – aber wer weiß ...

13 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Details

 
Für den Einband eines Logbuchs messe ich meine Buchseiten/Lagen aus und rille und falze dann den Karton. Zu dicke Collagen werden dann ein Problem. Der Einbandkarton wird dann aber nicht einfach abgeschnitten, sondern weiter eingeklappt. Dadurch wird das Buch stabiler und man kann zusätzliche Seiten einnähen oder Gummis für Stifte durch Löcher ziehen.


Um das Buch zu verschließen hab ich eine Öse mit einem Gummiband eingestanzt.

Im Innenteil habe ich Techniken, die wir gelernt haben skizziert und ausprobiert, und eingeklebt was mir sonst so an Inspiration angespült wurde. Federn oder andere kleine Sachen kann man gut unter Tee- oder Kaffeepapier einkleben. Dafür ist ein Klebestift geeignet (Birgit Naß nennt das dann Trockencollage, weil eben nicht alles schwimmt).

Ich habe eine lange Liste mit Farbennamen darin, die ich am Meer wahrgenommen habe. Das Meer sieht ständig anders aus und hat die unglaublichsten Farben. Aufgewühltes Meergrün, Blaumeerhimmelblau, Treibholzsilber, Salzschaumweiß, Sanftbrisentürkis …

Wir haben mit sehr schönen Texten gearbeitet, u. a. einem Gedicht von Günter Kunert »Auf der Schwelle des Hauses« und von Erich Fried »Meer«.
Gute inspirierende Texte parat zu haben ist nützlich. Dann kann man sich voll aufs Gestalten konzentrieren und hat den weiteren Weg schon im Kopf. Wenn ich erst etwas gestalte und dann einen Text suche wird es schwierig oder passt gar nicht so zusammen.
Für private Sachen kann man natürlich jeden Text nehmen. Will man aber etwas gestalten und es später kommerziell verwerten, dann muss man sehr aufpassen. Entweder die Rechte beim Autor oder Verlag sichern oder nur Autoren nehmen, die länger als 70 Jahre tot sind. Hier findet ihr die aktuelle Liste der gemeinfreien Autoren.

11 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Collagen

 
Für die Einbände der Logbücher haben wir zuerst Collagen auf dickem Papier gemacht. Normalerweise arrangiert man die Bestandteile einer Collage sehr bewusst. Nicht zu viele Elemente verwenden, Gruppen oder Sichtachsen bilden, Farben bewusst einsetzen … aber da man sie danach sowieso noch einfärbt und zerschneidet, hab ich mir abgewöhnt mir zu viele Gedanken zu machen. Ich seh sie eher als schöne Hintergründe. Und sie haben bei mir bisher immer dadurch gewonnen, dass sie zerschnibbelt wurden. Zuerst ist das vielleicht eine Überwindung, aber es entstehen ganz neue Sachen. Details und Formen rücken anders in den Fokus, werden spannend dadurch, dass sie nur noch teilweise zu sehen sind. Probiert es aus, es ist wirklich eine interessante Erfahrung.


Festes Untergrundpapier (z. B. 300g Aquarellpapier) mit Nassklebeband auf einem Brett fixieren, damit sich nichts wellt. Das Collagematerial (vor allem dünne Papiere, Bilder, Seidenpapiere, Teebeutel- oder Kaffeepad-Papier, Oblaten, alte Buchseiten, Einkaufszettel, Tickets, Servietten, Comics, alte Anzeigen, Geschenkpapier …) auslegen und dann mit Stärkekleister (selbstangerührter Mehlkleister oder Tapetenkleister) alles festkleben. Etwas antrocknen lassen und dann mit dem Pinsel anfeuchten und vorsichtig Farben einarbeiten. Hier bevorzuge ich Airbrushfarben, weil sie hinterher wasserfest sind und sich schön aus der Pipette träufeln lassen.
Die Farbpalette habe ich von vornherein dem Thema entsprechend eingegrenzt. und hatte vor allem Blautöne, Grau, Schwarz, Weiß und Silber dabei.
Dann kann man noch mit einem Pinsel, Spachtel oder Schwamm ein wenig Gesso auftragen an Stellen, die weicher oder unauffälliger werden sollen.
Am besten über Nacht auf dem Brett trocknen lassen, damit die Collage ganz glatt bleibt. Und dann vorsichtig am Nassklebeband entlang mit dem Buchbindemesser oder Cutter entlangschneiden.
Auf der Rückseite kann man auch noch collagieren, oder sie einfärben oder weiß lassen – je nachdem was man damit vorhat.

Hier hab ich 3 der Bücher zusammengelegt und man sieht wie die Collage aussah, die ich zerteilt habe.

Inspiration dafür war dieses Foto. Mich haben die Farben stark beeindruckt. Schwarzes Meer, grauer Himmel und dazu ein Leuchten.

08 Juli 2016

Kalligrafie & Meer – Logbücher


Gerade bin ich rundherum happy zurückgekehrt von einem intensiven und bereichernden Workshop auf Sylt.

Sylt? Da macht man doch Urlaub und entspannt am Meer!
Jein. Die meiste Zeit hab ich in unseren Werkräumen verbracht. Das Wetter hat mir dabei geholfen – es war oft sehr stürmisch und regnete, kaum zum Baden geeignet. Geschlafen hab ich eher wenig.
Wenn mir der Rücken so freigehalten wird und der Alltag weit weg ist, dann genieße ich das in vollen Zügen und tobe mich rund um die Uhr kreativ aus. Pures Flow!

Zwischendurch war ich natürlich auch mal am Strand zum Muschelschubsen, oder zum Schlemmen. Meerluft macht hungrig und der Sprachpingel versorgte mich vorher umsichtigerweise mit den besten Adressen.

Der 5-tägige Kurs vom Dreamteam Birgit Naß und Marí Bohley trug den Titel »Seezeichen« und fand in der Akademie am Meer (Klappholttal) statt.
Mein Output ist groß, deshalb werden es wieder mehrere Blogposts. 2014 war ich schonmal bei den beiden im Kurs auf der Insel, da haben wir »Inselbücher« gestaltet. Darüber hatte ich hier berichtet.



Birgit und Marí waren unsere Lotsen, die uns immer wieder auf Kurs gebracht und unterstützt haben. Zuerst haben wir ein Logbuch gestaltet und gebunden, in dem wir notiert, skizziert und verewigt haben was uns wichtig schien.
Na gut, ich habe 5 Logbücher gemacht :-)


Sie haben ein unterschiedliches Innenleben: "Mari-Lage" (fragt mich nicht wie diese aufgeschnittene Faltung tatsächlich heißt) einmal klassisch, einmal experimentell, Zickzack-Leporello, 2-Lagen-Bindung, Altarfalz mit Lagen. So entstanden Bücher für verschiedene Zwecke.
Das geschlossene Format ist ca. 13 x 18 cm.

Details gibt es im nächsten Artikel :-)

31 Mai 2016

Zu Besuch in der Kunststätte Bossard

 
Endlich habe ich mal die wunderbare Kunststätte Bossard besucht.
Hier in der Nordheide hat der schweizerische Bildhauer Johann Bossard ab 1911 ein 3 ha großes Gelände gestaltet. Es ist ein Ort mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Bossard war Professor für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Hamburg.
Ungewöhnliche Gebäude, Ateliers, ein Kunsttempel, ein Skulpturen- und ein Klostergarten, ein riesiges Rund gepflanzter Tannen, verwunschene Ecken … Es sollte ein Ort für Kunst und Austausch sein, und das ist es noch heute. Man kann sehen, dass Johann Bossard sehr fleißig war, auch wenn sicher nicht alle Bilder, Schnitzereien und Plastiken von ihm sind; ein Schüler und seine Frau Jutta waren genauso kreativ tätig.

Heute gibt es verschiedene Veranstaltungen auf dem Gelände. Vom Bildhauerkurs über Ausstellungen, Vorträge bis zum Kunsthandwerkermarkt. Ich hatte das Vergnügen an einer Führung der Leiterin Dr. Gudula Mayr teilzunehmen. Am 26.6. möchte ich bei einer Radtour in Hamburg mitmachen, auf der man einige der Werke besucht, die heute noch von Bossard erhalten sind. U. a. die Löwen vorm Völkerkundemuseum und die Uhr der Börse.

Vom 10.6. bis 11.9. gibt es in der Kunststätte Bossard die Ausstellung "Die Malweiber von Paris" (Deutsche Künstlerinnen im Aufbruch), die sicher spannend ist. Im deutschen Kaiserreich durften Frauen nicht studieren – für mich heute unvorstellbar –, deshalb gingen sie damals nach Paris.

16 Mai 2016

Kulturelle Landpartie 2016

 
Bei traumhaftem Blauhimmelwetter fuhren wir an leuchtenden Rapsfeldern vorbei ins Wendland zur diesjährigen Kulturellen Landpartie (immer von Himmelfahrt bis Pfingstmontag).


In diesem Jahr wollten wir uns einfach mal treiben lassen, waren ganz offen für alles, was kam. Wir besuchten einige der typischen Rundlingsdörfer, sahen Kunst und Kunsthandwerk und haben mit einigen Künstlern gesprochen.
Hier gucke ich durch ein Holzobjekt von Wolf Kobernuß.


Die Rundlingsdörfer haben eine ganz besondere Ausstrahlung. Hier sind alle, die es im Wendland gibt, aufgelistet Und die kann man sich ja auch angucken wenn keine Kulturelle Landpartie ist.


Wir haben leckeren Kuchen und herzhafte Snacks gegessen, die Preise waren moderat. Besonders gut hat es mir inLÜBELN gefallen. An der Lübelner Mühle haben mich die Arbeiten des Malers Todd Severson »Tausend deutsche Portraits« und »Chainsaw Sgrafitto« und der Keramikerin Antje Wiewinner (vor allem ihre keramischen Objekte) beeindruckt.


In WEITSCHE haben wir auf den wunderbaren Entspannungsliegen von Frank Grabow geschwebt (Kaufempfehlung!).
Und in der Ausstellung im Werkhof KUKATE fielen mir die zarten Arbeiten der Spitzenklöpplerin Kirsten Brinckmann auf, die alles andere als altbacken sind. Man kann Kurse bei ihr machen.
Die Illustrationen von Irmhild Schwarz begleiten einen im Programm der KLP, sie war wieder in KRÖTE zu finden.
Auch wenn ich insgesamt etwas müde bin, was bestimmtes Kunsthandwerk betrifft, werde ich nächstes Jahr bestimmt wieder hinfahren – die gesamte Mischung stimmt einfach.

02 Mai 2016

Ein Frakturschriftzug für Gesa

 
Gesa ist Lektorin und mag alten Kram. Gesakram.
Sie hat Skandinavistik, Germanistik und Anglistik, jeweils mit Schwerpunkt Mediävistik studiert. Alte Handschriften spielen dabei auch immer wieder eine Rolle. Da lag es nahe, dass sie von mir einen passenden kalligrafischen Schriftzug in Frakturschrift bekommt und ein alleinstehendes G als Symbol.
Ich hatte aber zuerst die verschiedensten Gs ausprobiert bis wir uns dann auf die Fraktur eingestimmt haben.


Im ausgewählten Schriftzug hatte ich zuerst ein moderneres s verwendet, damit es für jeden lesbar ist. Gesa hat aber vermutlich Recht mit der Annahme, dass ihre Klientel weiß, dass unser heutiges s in alten Schriften nur am Ende eines Wortes stehen darf. Ansonsten ist das lange s richtig.


Getroffen, besprochen, recherchiert, geschrieben und gezeichnet, gescannt, verändert, besprochen, geschrieben, verfeinert, bejubelt.


Hier sind einige Etappen meiner Arbeit für gesakram zu sehen.

18 März 2016

Verschmäht und unveröffentlicht

 
Es gehört zum Gestaltungsalltag dazu: Unzählige unserer Entwürfe landen aus verschiedenen Gründen im Müll. Sie werden abgelehnt, aussortiert, nicht gebraucht.

Ich habe eine große Bitte (vor allem an frische Gestalter) -> Nehmt - es - auf - KEINEN - Fall - persönlich.
Ihr seid nicht eure Arbeit!

Wer sein Designer-Ego in dieser Hinsicht etwas aufbauen möchte liest am besten Bücher wie »Kreativität aushalten – Psychologie für Designer«, »Kreativität und Selbstvertrauen«, »Egal, was du denkst, denk das Gegenteil«, »Der Weg des Künstlers« usw.

Ich hab mir im Laufe der Zeit ein sehr dickes Fell antrainiert, wirke dadurch vielleicht schon gleichgültig. Dabei bin ich einfach im Kopf schon beim nächsten Projekt und hake es schnell ab, fühle mich nicht verletzt wie ein verkannter Künstler.
Kein guter Entwurf ist umsonst entstanden. Die Erfahrung, das Konzept oder Fragmente der Gestaltung sind bestimmt später noch nützlich.

Das hier sind aktuelle Plakatentwürfe zu einer Ausstellung, die nicht genommen wurden. Ich mag sie und deshalb zeig ich sie euch. Aus meiner comicartigen Illustration einer antiken Frauenfigur entstand nebenbei ein Muster, das z. B. für den Einsatz auf Merchandisingartikeln gedacht war.

08 März 2016

Kalligrafie auf Stoff

 

Ich hatte den Auftrag die Stationen einer Weltreise auf Stoff zu schreiben. Dafür waren einige Vorbereitungen nötig, die sich vom Schreiben auf Papier unterscheiden.
Am besten macht man auf einem Reststück des Stoffes vorher Versuche um herauszufinden welche Farbe und welches Werkzeug gut funktionieren.


Der Stoff muss gewaschen und gebügelt sein und mit Klebeband so fest auf einem Untergrund fixiert werden, dass er sich beim Beschreiben nicht bewegt. Auf Papier hab ich die unterschiedlich langen Worte als grobes Layout angeordnet und dann auf dem Stoff mit dünnen Bleistiftlinien die Positionen markiert. So verhindere ich, dass der Platz nicht ausreicht oder Löcher entstehen.
Da die Schrift recht zart sein sollte habe ich nicht mit Pinsel, sondern mit einer feinen Feder geschrieben. Um ein deckendes Weiß zu erreichen musste ich die Acrylfarbe teilweise mehrmals auftragen.


Als alles trocken war habe ich die Bleistiftlinien mit Knetgummi entfernt und den Stoff gebügelt um die Schrift zu fixieren. Meine Kundin wird den Stoff an einen größeren Quilt annähen, der ihre Weltreise abstrakt darstellt. Ich bin sehr auf das fertige Werk gespannt.

01 Februar 2016

Polarlichter in Hamburg

 
Wollt ihr eintauchen in die beeindruckende Welt dieses farbenfrohen Himmelsereignisses … ganz ohne kalte Füße zu bekommen?

Bis zum 27. Februar habt ihr noch Gelegenheit die Ausstellung "Flammender Himmel – Faszinierende Polarlichter über Norwegen" im Levantehaus Hamburg zu besuchen. Es ist eine Ausstellung des Planetarium Hamburg und ich durfte dafür alle Tafeln gestalten.


Im Erdgeschoss kann man viel lernen u. a. über die Entstehung der Polarlichter, wie man sie fotografiert, wann sie auftauchen, was die Sonne damit zu tun hat – und bewegende Projektionen ansehen. Und im Obergeschoss hängen große Motive mit wunderschönen Aufnahmen verschiedener Fotografen, die teilweise sehr aktuell sind.


Die Gestaltung mit so tollem Material hat natürlich Spaß gemacht – trotz der einen oder anderen Nachtschicht. Und meine Lust das Schauspiel mal selbst zu erleben ist weiter gewachsen. Wer also eine Hurtigrutenreise zu verschenken hat, melde sich bitte bei mir :-)


Nach der Wiedereröffnung des Planetariums 2017 steht auch die Show »Flammender Himmel« wieder auf dem Programm. Sehenswert.

 

25 Januar 2016

Gewebtes Papier

 
Ich hab vor kurzem ein Buch für einen speziellen Menschen gemacht – sie liebt Pink. Der Einband ist aus festem Karton in den ich Schlitze geschnitten habe um Schmierpapierstreifen einzuflechten. Den Rücken habe ich zusätzlich verstärkt, damit die Fadenheftung mit den Lagen aus Vorsatzpapier gut hält.
Zum Lochen habe ich mir eine Schablone gemacht, denn nur so trifft die Lochung im Buchrücken genau die Lochung in den Lagen, besonders wenn sie wandert – wie es hier bei diesem Buch der Fall ist – ist das nützlich.

Innen hab ich schon ein paar Bilder und Kritzeleien eingebaut. Das ist eigentlich nur ein Trick, denn in frische jungfräuliche Blankobücher traut sich meist keiner reinzuschreiben. Aber Bücher sind dazu da benutzt zu werden, erst dadurch leben sie.



20 Januar 2016

Dem ¡WOW! auf der Spur ...

 
Kalligrafie kann wirklich sehr langweilig sein. Oft hat sie auch so ein Image: Assoziationen von schnörkeliger Schreibschrift, Sütterlin auf Karopapier, bemühten Versuchen schön zu schreiben – gähn …
Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, umso schärfer wird mein Blick für wirklich gute, aufregende, spektakuläre Arbeiten. Und wie so oft: in dem, was besonders leicht und lässig aussieht, steckt meist viel Arbeit und ganz viel Übung.
Kalligrafie steht niemals still, die Bewegung entwickelt sich stetig und wird von kreativen Freigeistern – Graffiti-Künstlern, Steinbildhauern, Holzschnitzern, Grafik-Cracks, Spielkindern, Pinselschwingern, Buch-, Papier- oder Textilkünstlern, Kalli-Punks – weiterentwickelt. Ich hab für euch einige weiterführende Links zusammengestellt. Geht auf Entdeckungsreise und lasst euch inspirieren.



Sehr spannend fand ich im Sommer 2015 eine Ausstellung in der Hamburger Galerie Affenfaust: Dort waren durch die Initiative des Künstlers Jan Koke einige der umwerfenden "Calligraffiti-Ambassadors" vereint. Wie das Wort Calligraffiti nahelegt, versteht man darunter die Kombination von Graffiti und Kalligrafie. Der Vater der Bewegung ist der Niederländer Niels "Shoe" Meulman. Seine Arbeiten sind wild und klar zugleich. Lesbarkeit? Wen interessiert's.



Künstler & Portfolios:
Calligraffiti
Luca Barcellona
Sigrid Artmann
Adam Romuald Klodecki 'Theosone'
Anaroop Kerketta
Jan Koke
Pokras Lampas
Warios
Jonas Sunset
Jasper6000
Samy Amar

Bücher:
Street Fonts
Calligraffiti

Film:
Peter Greenaway "Die Bettlektüre"

14 Dezember 2015

Was machst du gerade? (07)

  … frage ich die wunderbaren Menschen in meinem Netzwerk.

Heute ist das Carolin Adler, Yogalehrerin, Kommunikatorin, Weltreisende, Mama und kreative Entdeckerin, Hamburg.



Was machst du gerade?
»Ich sitze am Rechner, trinke koffeinfreien Soja Latte Macchiato (Achtung, Klischee :-), den mir der weltbeste Mann der Welt vorbeigebracht hat und plane die ersten Yoga-Aktivitäten für 2016. Für meine Aerial Yogis gibt es wieder tolle Wochenkurse und ein paar wunderbare Specials wie Aerial Flow Yoga (fließendes Yoga im Tuch) und Aerial Yin Yoga. Hier hängt das sonst hüfthohe Tuch knapp über der Bodenmatte. Mit schwingenden, gyro-kinetischen und langen passiv gehaltenen Übungen erreichen wir die tiefen Schichten des Körpers. Eine tolle Erfahrung.
Als Pressesprecherin schreibe ich grad am Lagebericht meiner Firma. In meinen Sporteinheiten neben Yoga probier ich mich derzeit durch eine Variation an Funktional Fitness – diese Woche schon TRX, High Impact Training und Powerplate. Ansonsten bereite ich die Weihnachtszeit mit den Kindern vor und genieße die Adventszeit, die ich in diesem Jahr entschlackt habe. Zeit für das Wesentliche haben, Besinnung und Meditation sollen wieder mehr Raum bekommen, genauso wie die Rituale mit den Kindern.«

Warum bist du Yogalehrerin?
»Yoga ist meine Energiequelle – und das seit fast 16 Jahren. Yoga gibt mir Kraft, Flexibilität, Gelassenheit, Ausgeglichenheit und Energie in meinem Leben und gehört mittlerweile zu mir wie die Luft zum Atmen. In meinem bewegten Leben ist Yoga mein Ruhepol und meine tägliche Auszeit. Meine morgendliche »Aus«Zeit ist mir über die Jahre immer wichtiger geworden. Yoga hat mein Leben verändert und verbessert. Die Körperhaltung verändert sich durch die Yoga-Asanas, der Geist und die innere Einstellung verändern sich durch Yoga, Meditation und positives Denken. Mein Zuhause ist traditionelles Sivananda Yoga; Aerial Yoga ist später als zweite Leidenschaft hinzugekommen.
Nach vielen Stunden auf meiner Matte und Jahren von Yoga-Praxis wollte ich diesen Weg auch für andere öffnen und Yoga als Lehrerin weitergeben. Das macht mir ausgesprochen viel Spaß. Auch ich lerne dabei immer wieder Neues – am häufigsten übrigens in den Kinderyogastunden, die ich in meiner Elternzeit ehrenamtlich am Kindergarten gegeben habe.
Ich freue mich sehr, wenn meine Kursteilnehmer sichtliche Fortschritte machen – ganz besonders für sie. Und am meisten liebe ich diesen Moment, wenn meine Kursteilnehmer aus der Entspannung wieder auftauchen und so wunderbar von innen strahlen.«

Was bewegt dich?
»Oh, eine Menge. Die Dinge der Kinder natürlich. Grad geht es um die Schulwahl für den Großen. Keine leichte Entscheidung und definitiv eine Aufgabe für mich, an meinen inneren Einstellungen zu arbeiten - insbesondere gegenüber dem deutschen Schulsystem :-) Aber dazu habe ich jetzt ja noch die nächsten 15 bis 16 Jahre wiederholt Zeit. Dann freu ich mich auf Weihnachten mit der ganzen, großen Familie. Ich plane Urlaube und Auszeiten für 2016, Blogbeiträge, Yogadinge, Fortbildungen und vieles mehr. Langweilig wird es hier zumindest nie, dafür sorgen schon die Kombi aus meinem Vollzeitjob als Pressesprecherin, Mama-Dasein und Yogalehrerin. Und das ist gut so!«

Wo kann ich dich finden?
Beim Yoga: www.yogimi.de und www.aerialyinyoga.de
Beim Bloggen: www.ganzheitlichleben.wordpress.com
Und Beruflich: www.xing.com/profile/Carolin_Adler

27 November 2015

Weihnachtsmarktsaison

 
Auf nach Frankfurt Höchst! – Warum?
Weil es an diesem Wochenende einen sehr schönen Weihnachtsmarkt auf dem Höchster Schlossplatz gibt und den 7. Höchster Designparcours. Außerdem könnt ihr in der Galerie am Schlossplatz 9 die Werke von 8 Künstlern bestaunen und erwerben – u. a. auch meine Weihnachtskarten, Geburtstagskalender, Keramik & Co.
Die Karten könnt ihr hier sehen.

22 November 2015

Heute wird's persönlich.

 

Vor genau einem Jahr hatte ich einen kleinen Unfall mit Folgen. Die Beeinträchtigungen wurden schnell auf die Gehirnerschütterung geschoben. Schwindel, Zittern, Kopfschmerzen, Sprachstörungen, Schlafstörungen, Hitzewallung, geschwollene Augen, Sehstörungen, Probleme beim Treppensteigen, Gewichtsabnahme ... Und ich hab einfach ganz "normal" weitergemacht: diverse dringende Jobs erledigt, die Bude geschrubbt, den Haushalt geschmissen, tonnenweise Plätzchen gebacken, den Garten winterfest gemacht, Kurse besucht, Orgatreffen absolviert, Großeinkauf, Weihnachtsdeko angebracht, eine kleine Feier durchgezogen, bei einem Umzug geholfen und in der alten Wohnung gestrichen, Steuererklärung, Spieleabend, Hühnerstall gesäubert, getöpfert, genetzwerkt, Weihnachtskarten verkauft … ist ja alles SO wichtig. 


Als meine Beschwerden nicht nachließen, ich war fast arbeitsunfähig, wurde mir – beim 3. Arztbesuch und erst nach 3 Wochen – endlich Blut abgenommen. Und dann ging alles ganz schnell: ein Anruf und ein Termin bei einer Nuklearmedizinerin. Das klingt ja schonmal ziemlich wild. Aber dann wusste ich endlich was los ist, wie gefährlich es ist und auch dass es dagegen Tabletten und andere Maßnahmen gibt. Das war für mich erlösend, aber auch beängstigend. 1 Jahr lang würde es mindestens dauern. So ist es auch. Im Januar werden die Tabletten versuchsweise abgesetzt und die Chancen stehen ganz gut, dass es das dann war.


Diese Sache hat mein Leben sehr verändert. Ich wusste immer, dass ich zuviel mache, das hat mich aber nie davon abgehalten. Der Unfall und die Folgen haben nun nachhaltig etwas Gutes bewirkt. Ich stehe bei mir seitdem wirklich und tatsächlich an erster Stelle. Das war vorher nicht so. Ich mache weniger und das bewusster. Pausen, Urlaub und Yoga sind wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden. Ich passe auf mich auf. Und ich kann jetzt viel besser Nein sagen. Endlich.
Deshalb ist der 22. November für mich ein ganz besonderes Datum.

Mein wunderbares Netzwerk, meine Freunde und Familie haben mich sehr unterstützt. Ich danke euch! Die Craniosacralbehandlungen bei Alexandra Scheper und Vivian Kolbe haben kleine Wunder bewirkt. Durch die homöopathische Unterstützung von Astrid Fischer konnte ich nach einigen Monaten wieder in den Spiegel gucken. Und die Schilddrüsenliteratur von Irene Gronegger hat mir wirklich vieles erklärt.

Aufmerksame Blogleser werden sich jetzt an mein Zigarrenkisten-Projekt vom Januar erinnern. Darin hab ich mich künstlerisch mit dem Unfall und den Folgen auseinandergesetzt. Ich bin sehr dankbar, dass meine kreative Energie nie nachlässt. Eine kreative Blockade hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht. Ein großes Geschenk.

 Ihr Lieben: bleibt gesund!